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Bonefishing auf den südlichen Inseln der Bahamas

 

Fast jeder der das Wort Bahamas hört, verbindet damit die gängigen Vorurteile von Banken, Geldwäsche und geflohenen Finanzhaien. Vor allem wir Schweizer sind da bekanntlich vorbelastet...!

Die Bahamas haben aber zwei Gesichter. Das eine mit amerikanischen Flitterwochentouristen-Hochburgen, riesigen Luxushotels und den Shoppingmeilen in Nassau, Freeport, Exuma usw. im Norden.

Das andere mit den vom Tourismus nur wenig berührten Inseln im Süden mit Ihren Traumstränden und Natur pur. Man wird durch die fröhliche Art der Einwohner, ehemalige Sklaven der britischen Kolonialmacht, immer wieder an Afrika erinnert.

 

Geografie bestimmt seit der ersten Landung von Columbus 1492 auf der Insel San Salvador das Schicksal dieses Inselstaates. Das Wort Bahamas stammt übrigens aus dem spanischen baha Mar, flaches Meer. Auf dem Satellitenbild kann man deutlich die kleine Bahamas-Bank im Norden (Freeport, Eluthera usw.) und südlich die grosse Bank (Andros, New Providencial usw.) erkennen. Weiter südlich liegt das Hufeisen der Bight of Acklins. Die günstige Lage im karibischen Raum nutzten zuerst die Piraten, später verhalf sie den Handelsunternehmen zu grossem Reichtum und bis heute wird in dieser Region allerhand geschmuggelt.

Seit Kuba nicht mehr für Amerikaner offen war, flossen nun viele Gelder aus den USA auf Banken der Bahamas und auch der Tourismus fasste nun im Norden so richtig Fuss. 1964 erhielten die Bahamas eine Teilautonomie, wurden fünf Jahre später ein Commonwealth Mitglied und am 10. Juli 1973 ein unabhängiger Staat.

 

 

 

Flagge des Commonwealth of the Bahamas mit Schiff von Columbus und den “National Animals” Conch, Black Marlin und Flamingo.

 

 

 

 

Die Conch-Muschel ein Wahrzeichen der Bahamas

 

 

Nassau

 

 

Parlamentsgebäude in Nassau

 

 

Britischer Kolonialstil

 

 

Bay Street Nassau

 

 

 

 

 Foto NASA

 

Satellitenbild Florida, Kuba und Bahamas

 

Auf den meisten der südlichen „Family-Islands“ wurden während des zweiten Weltkriegs von den Amerikaner Landepisten für die Versorgung der Truppen in Europa gebaut. Dadurch sind die Inseln heute in kurzer Zeit mit dem Flugzeug ab Nassau zwei bis dreimal pro Woche erreichbar.

 

 

Bahamasair gets you there

 

Auf den näher zu den USA liegenden berühmten Bonefischer-Inseln, wie z.B. Andros und Bimini hat es schon viele Bonefisher-Lodges die Packages, meist 7 Tage inkl. Guiding, anbieten. Diese, meistens von amerikanischen Firmen betriebenen Hotels, sind aber sehr teuer. Preiswerter und viel spannender ist es auf eigene Faust die südlichen Inseln zu entdecken.  

 

Check In auf den Family Islands

 

 

Flug über die tollen Atolle

 

Crooked Island, Long Cay und Acklins bilden ein Hufeisen um die Bight of Acklins, ein riesiges Gebiet das noch nicht vom amerikanischen Massentourismus berührt ist. Hier beginnt das Paradies für (Fliegen)fischer auf Bonefish, Tarpon, Barracuda, Permit und viele weitere Fischarten.

 

 Karte Peter Loud                 

 

                   Karte der Bight of Acklins                                    Landrail Point, Crooked Island

 

Auf der bekannteren Insel Acklins gibt es schon mehrere Bonefish-Lodges, während auf Crooked Island seit Jahren nur die Anlage in Pittstown Point existiert.

Die von den Einheimischen betriebenen Bungalows in Landrail Point sind vielleicht nicht so luxuriös ausgestattet, aber es hat alles was man benötigt und man wird hier freundlich in die Familie aufgenommen. Dadurch erlebt man hautnah den Alltag der noch sehr ursprünglichen Region. Dies ist für uns der Hauptgrund seit Jahren immer wieder auf die gleiche Insel zu reisen.

 

 

Bungalow in Landrail Point

 

 

Die Häuser haben meistens farbige Fassaden

 

 

Schulkinder auf Acklins

 

 

Smile!

 

 

Kinder von Crooked Island

 

 

Typisches Haus in den südlichen Bahamas

 

 

Colonel Hill, Hauptort von Crooked Island

 

 

Zerfallene Kirche auf Crooked Island

 

 

Das Mailboat bringt ein mal pro Woche alles was benötigt wird

 

 

What a truck!

 

 

Blick vom Batelco Tower auf Crooked Island

 

                    

 

Das Bird Rock Lighthouse, Wahrzeichen von Crooked Island

 

Die überaus freundlichen Einwohner der Inseln sorgen bestens für einen unvergesslichen Aufenthalt der Gäste. Die feine, nicht so scharfe Küche ist abwechslungsreich und ideal für das heisse Klima. Frischer Lobster, Conch-Salad und natürlich viel (selbst gefangenen) Fisch steht auf dem Speiseplan.

 

 

Bungalows mit Küche und Air-Con können gemietet werden

 

 

Lobster for dinner

 

Auch die Nichtfischer kommen bei diesen Traumstränden beim Baden und Schnorcheln auf ihre Rechnung. Ebenfalls ein Erlebnis ist ein „Jungle-Walk“ zu den vielen Orchideen und ein Ausflug in die unberührte Inselwelt mit dem Flats-Boat sollte man sich nicht entgehen lassen. Schildkröten und Delfine sind oft nur wenige Meter vom Boot weg, aber auch Haifische und Barracudas können mit etwas Glück ganz nah beobachtet werden.

Die ganze Region ist auch bekannt für ihre Vogelwelt, z.B. die Flamingo Kolonie in der Acklins Bucht.

 

Willie, die gute Seele von Landrail Point, im ältesten Post-Office Amerikas

 

 

Dinner

 

 

 

Im Landesinnern wachsen viele verschiedene Orchideen

 

 

 

 

 

The World largest swimming pool

 

 

Traumstrände auf Crooked Island

 

 

Major’s Cay

 

 

Yellow Elder, die National-Blume der Bahamas

 

 

Blumenpracht auf Acklins

 

 

Das Airport Flat, hier kann man neben weiteren Stellen, auf eigene Faust fischen

 

 

 

Auch hier am Thomson Creek kann man Bonefish fangen.

 

Die Guides bringen die Fischer mit den speziellen Flats Boats mit bis zu 80km/h zu den besten Fangplätzen der Bight of Acklins. Ihr Wissen und Erfahrung sorgen schnell einmal für den Erfolg, den man als Anfänger nie hätte. Allein das Sehen und Ansprechen der Fische erfordert viel Übung. Der Fliegenfischer muss gut werfen können, ohne Doppelzug geht hier meistens gar nichts! Es geht selten um Distanz, vielmehr ist das präsentieren der beschwerten Fliege gegen den meist starken Wind das Problem.

 

 

 

Poling in seichtem Wasser

 

 

Der Guide hat von der Plattform viel bessere Sicht

 

 

Harter Kampf

 

Vielfach wird auch gewatet, vor allem wenn die Wassertiefe für das Boot nicht ausreicht oder man in die Mangroven auf Pirsch geht. Hier ist gutes Beobachten sehr wichtig aber auch die Ohren werden gebraucht. Die Bonefish erzeugen durch ihre Bewegungen im flachen, oft nur 15 cm tiefen Wasser gut hörbare Geräusche die ihren Standort verraten. Hier findet man an sehr windigen Tagen etwas Schutz und mit Glück auch ein paar „tailing fish“. Die Schwanzflossen der Fische ragen dabei während der Nahrungsaufnahme am Grund aus dem Wasser und winken dem Fischer. Es ist in solchen Situationen leicht die Fische zu sehen, aber dafür ist genaues, behutsames Anwerfen nötig.

 

 

Mangroven Channel, hier French Wells

 

 

 

Auf der Pirsch

 

 

In den Mangroven wohnen viele Fischarten

 

 

Die Wurzeln der Mangroven bieten Schutz und Nahrung

 

 

 

Dani und Michael

 

 

Fish on!

 

 

 

Oft ist das Wasser über grosse Flächen kaum knietief

 

 

 

Gotcha!“, die beste Bonefishfliege der Bahamas

 

 

Die silbernen Schuppen wirken wie ein Spiegel, die Tarnung der Bonefish

 

 

 

Bonefish sind überall zu finden. Sie leben eigentlich in tieferen Gewässern und kommen nur zum Fressen in die Flachwassergebiete, die Flats. Auf allen Inseln sind solche Flats auch vom Ufer aus zu erreichen und man kann nun das von den Guides gelernte Wissen anwenden. Oft verscheucht man anfangs die Fische, aber welch ein Glücksgefühl wenn man den ersten Bonefisch ohne fremde Hilfe gefangen hat!

 

 

Sonnenschutz und Polaroid Brille sind unerlässlich

 

 

 

Hier deutlich zu erkennen: Bonefish haben rosarote Lippen!

 

 

Die andere Hälfte ging leider an den Barracuda...

 

 

 

Happy Flyfisherwoman

 

 

Bonefish Shakey

 

 

 

 

 

Smell’s like Bonefish.....

 

 

 

 

Horse Eye Jack, ein starker Fighter

 

 

 

Guter Fang beim Hochseefischen

 

 

 

 

Die Ausrüstung umfasst meist mehrere Ruten

 

Da es auf den Inseln keine Möglichkeit zum Kauf von Fischereiartikeln gibt, ist eine zweckmässige Ausrüstung wichtig. Die Belastung für die Ruten und Rollen ist beim Salzwasserfischen nicht zu unterschätzen, also auf Qualität achten!

 

Ruten für die Schnurklassen 7 – 9 sind für Bonefish ausreichend. Für Permit, Barracuda und kleinere Tarpon ist Schnurklasse 10 - 11 ideal. Salzwasserfeste Rollen sollten genug Platz für Backing und Schnur bieten, trotzdem nicht zu schwer sein und eine fein justierbare Bremse haben.

Ich habe schon einige (Billig-)Rutenbrüche und entäuschte Gesichter gesehen, deshalb nehme ich immer eine zweite Rute mit. Entsprechendes Gerät kann man übrigens auch mieten!

 

Fliegen für Bonefish sind eigentlich sehr einfach zum binden. Mittlerweile gibt es auch schon hunderte verschiedener Muster. Ich empfehle sich auf wenige aber bewährte Muster wie z.B. Gotchas, Charlies, Shrimps und Sliders zu konzentrieren. Allroundmuster wie Clouser und Crabs, einige grosse Streamer und Popper in verschiedenen Grössen für andere Fischarten ergänzen die Auswahl. In der Not helfen die Guides mit Fliegen aus, die sie selbst herstellen.

 

Enorm wichtig ist eine gute Polaroid Brille und ausreichender Sonnenschutz durch Kopfbedeckung und Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor. Ich wate auf den sandigen Flats oft barfuss, aber sobald der Untergrund hart oder korallin ist, sind Watschuhe unerlässlich. Ein wasserdichter Beutel für Kamera etc. ist im Boot sehr hilfreich.

 

 

Popping on Jacks and Sharks!

 

 

 

Haie ablenken…

 

 

 

….und Jacks ärgern zum Tagesabschluss

 

 

 

Jacks sind starke Kämpfer

 

 

Moskito Spray gehört Abends zur Standart-Ausrüstung!

 

 

 

 

So, das wäre ein kleiner Einblick in die verrückte Welt des Fliegenfischens auf den Bahamas. Hier hat man es an leichtem Gerät mit absolut wilden, kampfstarken und unglaublich schnellen Fischen zu tun. Und dies in einer traumhaften Umgebung mit dem unvergleichlichen karibischen Feeling.

 

 

Romance in the sunset

 

 

 

Wer noch nicht auf Bonefish gefischt hat sollte nicht traurig sein,

er hat ja das beste noch vor sich!

 

 

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